Englische Eröffnung

Zugfolge

  1. c4Flanken-Attacke auf d5 — das ruhige, flexible Englisch.

Die Englische Eröffnung beginnt mit 1.c4 und ist eine hypermoderne Eröffnung: Weiß beansprucht das Zentrum nicht durch einen Bauernzug auf e4 oder d4, sondern kontrolliert es mit Figuren — insbesondere mit dem Springer auf c3 und dem fianchettierten Läufer auf g2. Die Englische wurde im 19. Jahrhundert vom englischen Weltklassespieler Howard Staunton populär gemacht.

Eine typische Fortsetzung lautet 1.c4 e5 2.♞c3 ♞f6 3.♞f3 ♞c6 4.g3 ♝b4 5.♝g2 0-0 6.0-0.

Strategie

Das zentrale Thema der Englischen ist Flexibilität. Weiß vermeidet frühe Festlegungen und kann je nach Schwarzs Antwort in verschiedene Strukturen übergehen: eine Damengambit-ähnliche Stellung, die Königsindische, das Nimzoindisch oder rein englische Systeme. Der fianchettierte Läufer auf g2 kontrolliert dauerhaft die lange Diagonale. Da die Englische so viele Transpositionen erlaubt, ist sie auch auf hohem Niveau sehr schwer zu widerlegen.

Typische Fortsetzung

Nach 4.g3 ♝b4 5.♝g2 0-0 6.0-0 entsteht ein ruhiger, positioneller Aufbau. Weiß spielt auf Figurenaktivität und wartet auf einen günstigen Moment für d2-d4. Wenn Schwarz mit 1...c5 antwortet (symmetrische Englische), entsteht ein Kampf um d4 und d5. Für Anfänger ist die Englische eher fortgeschritten, weil sie ein Verständnis für hypermoderne Prinzipien voraussetzt.

Geeignet für: Positionell / strategisch — für Spieler, die Flexibilität und Transpositionen nutzen wollen.

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