Holländische Verteidigung
Zugfolge
d4— Damenbauer.f5— Die Holländische! Schwarz greift sofort e4 an — scharf, ehrgeizig, etwas riskant.
Die Holländische Verteidigung beginnt mit 1.d4 f5 — ein sofortiger Flügelzug, der das Feld e4 kontrolliert und den Königsflügelangriff als Hauptplan ansagt. Die Eröffnung ist nach Holland benannt, wurde aber schon in älteren spanischen Schachtraktaten des 16. Jahrhunderts erwähnt. Sie gilt als ungewöhnlich und hat einen hohen Überraschungswert, besonders auf Amateurebene.
Die drei Hauptsysteme sind: Leningrad (f5, g6, ♝g7), Klassisch (f5, e6, ♝e7, d6) und Stonewall (f5, e6, d5, c6).
Strategie
Mit f7-f5 kontrolliert Schwarz sofort das Feld e4 und bereitet einen Königsflügelangriff vor. Das frühe f5 hat jedoch einen Preis: Es schwächt das Feld e6 und eröffnet die Möglichkeit des Angriffs mit e2-e4 (nach Vorbereitung). Im Stonewall-System baut Schwarz eine sehr solide, aber passive Festung mit Bauern auf d5, e6, f5 und c6. Das Leningrad-System mit dem Fianchetto auf g7 ist aggressiver und moderner.
Typische Fortsetzung
Im Stonewall nach 2.♞f3 e6 3.g3 ♞f6 4.♝g2 d5 5.0-0 ♝e7 6.c4 c6 entwickeln sich beide Seiten kompakt. Weiß nutzt die halboffenen e- und c-Linien, Schwarz spielt auf Königsflügelangriff mit ♞e4 und g5. Im Leningrad (2.c4 g6 3.♞c3 ♞f6 4.g3 ♝g7 5.♝g2 0-0) entsteht eine dynamische Stellung mit Spiel auf beiden Flügeln.
Geeignet für: Aggressiv (Leningrad) oder solide (Stonewall) — für Spieler mit Überraschungsambition oder Freude an Festungsstrukturen.