Pirc-Verteidigung

Zugfolge

  1. e4Königsbauer.
  2. d6Schwarz lockert die Stellung und plant das hypermoderne Fianchetto.
  3. d4Weiß besetzt das Zentrum voll.
  4. ♞f6Greift e4 an und stört das weiße Zentrum.
  5. ♞c3Deckt e4.
  6. g6Pirc: Fianchetto-Plan gegen das weiße Zentrum — Schwarz wartet ab und schlägt später zu.

Die Pirc-Verteidigung beginnt mit 1.e4 d6 2.d4 ♞f6 3.♞c3 g6 — Schwarz entwickelt sich hypermodern, lässt Weiß ein starkes Zentrum aufbauen und greift es danach an. Die Eröffnung wurde nach dem jugoslawischen Großmeister Vasja Pirc benannt. Sie ist flexibler als die Königsindische und theoretisch weniger belastet, daher auf Amateurebene populär.

Die typische Fortsetzung lautet 4.♞f3 ♝g7 5.♝e2 0-0 6.0-0 c6 7.a4.

Strategie

Schwarz entwickelt den Fianchetto-Läufer auf g7 und baut eine solide Stellung auf, bevor er das weiße Zentrum mit e7-e5 oder c7-c5 angreift. Der Österreichische Angriff (4.f4) ist eine sehr scharfe Alternative für Weiß. Die Pirc bietet Schwarz mehr Flexibilität als die Königsindische, weil der d7-Bauer auf d6 statt d6 bleibt und mehr Optionen offenlässt. Wladimir Kramnik und Shakhriyar Mamedyarov haben die Pirc auf höchstem Niveau gespielt.

Typische Fortsetzung

Nach 4.♞f3 ♝g7 5.♝e2 0-0 6.0-0 c6 7.a4 folgt häufig 7...♝d7 8.♝e3 ♞e8 mit Manöver ♞e8-d6-e8-f6 oder f5. Schwarz bereitet den Hebel e7-e5 vor. Im klassischen System (nach 6.0-0 ♝g4) tauscht Schwarz den Läufer gegen den Springer und strebt aktives Figurenspiel an. Die Pirc ist für Anfänger zugänglicher als die Grünfeld-Indische.

Geeignet für: Dynamisch / flexibel — für Spieler, die hypermoderne Ideen ohne extremen Theorieaufwand kennenlernen wollen.

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