Réti-Eröffnung

Zugfolge

  1. ♞f3Hypermoderne Eröffnung: Weiß verzichtet zunächst auf zentrale Bauern und entwickelt Figuren.
  2. d5Schwarz besetzt das Zentrum klassisch.
  3. c4Réti-Pointe: greift d5 flankenweise an, ohne eigene Zentrums­schwächen.

Die Réti-Eröffnung beginnt mit 1.♞f3 — Weiß entwickelt den Springer und greift das Zentrum mit Figuren an, ohne im ersten Zug einen Bauern zu bewegen. Die Eröffnung ist nach dem österreichisch-tschechischen Großmeister Richard Réti benannt, der sie Anfang der 1920er-Jahre entwickelte und damit eine der wichtigen hypermodernen Eröffnungen schuf. Réti war neben Nimzowitsch der wichtigste Theoretiker des Hypermodernismus.

Eine typische Fortsetzung ist 1...d5 2.c4 d4 3.g3 (Réti-Fianchetto) oder 1...d5 2.c4 (Übergang ins Damengambit).

Strategie

Das zentrale Thema der Réti-Eröffnung ist extreme Flexibilität: Weiß legt sich in den ersten Zügen kaum fest und kann je nach Schwarzs Antwort in das Damengambit, die Katalanische, die Englische oder rein réti-spezifische Systeme übergehen. Der fianchettierte Läufer auf g2 kontrolliert die lange Diagonale. Weiß nutzt Transpositionen als Waffe und vermeidet so die Haupttheorie der großen Systeme.

Typische Fortsetzung

Im klassischen Réti-Fianchetto nach 1...d5 2.g3 ♞f6 3.♝g2 e6 4.0-0 ♝e7 5.c4 entwickeln sich beide Seiten solide. Weiß plant d2-d4 erst nach der Figurenentwicklung. Bei 1...d5 2.c4 geht die Partie oft in ein Damengambit über. Die Réti ist besonders auf hohem Niveau beliebt, weil sie tiefe Theoriekenntnisse des Gegners aushebeln kann.

Geeignet für: Flexibel / erfahren — für Spieler, die Transpositionen nutzen und umfangreiche Theorie vermeiden wollen.

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